Zur Person
Evany Fanzeres lebt und arbeitet in Deutschland, Brasilien und Portugal. Sie entstammt einer Familie mit kunstlerischen und akademischer Tradition in Rio de Janeiro. Ebendort absolvierte sie ihr Studium am damaligen Instituto de Belas Artes und studierte Malerei in Frei Atelier des Museu de Arte Moderna bei Prof. Aluísio Carvão, einem der bedeutendsten Vertreter des Neokonkretismus (Movimento Neoconcreto), der für das Brasilien der damaligen Zeit charakeristischen Bewegung, die die gesamte Kultur des Landes beeinflusste (Architektur, Kunst, Cinema Novo, Design, Mode, Industrie, usw). Nach den Lehrjahren bei Aluísio Carvão, absolvierte Evany Fanzeres ein Praktikum an der Central School of Arts in London und war an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf tätig.
Ihre ersten Einzelausstellungen ganz früherer Gemälde hatte Evany Fanzeres - mit grossen Echo in der Presse - in Deutschland. Schon in Brasilien war sie in mehreren Austellungen an die Offentlichkeit getreten und wurde mit ihren Arbeiten bei der VIII und bei der XII Biennale von São Paulo prämiert. Am 1976 stellte sie in São Paulo in einer Einzelausstellung ihre ersten Arbeiten über das Thema 'Volumetrias' vor, das mittlerweile aus eigene Richtung von Raumlichkeit und Perspektivismus ebenso zum Begriff geworden ist wie das Thema 'Bewegung der Festkörper'.
Evany Fanzeres ist didaktisch tätig. Gegenwärtig lebt und arbeitet in Portugal, wo sie das Thema der Räumlichkeit konzeptuell weiter entwickelt.
Werke der Künstlerin befinden sich unter anderem in den Sammlüngen des Banco do Brasil, der Stiftung Hans Arp, des Museu de Arte Contemporânea in Rio de Janeiro, sowie in privaten Sammlungen.
Ein Werkverzeichnis steht zur Verfügung.

Zum Werk
Das Werk von Evany Fanzeres ist die strenge Umsetzung räumlichen Bewusstseins. Die Kunstlerin hat seit jeher am Austausch zwischen kunstlerischen Ausdrucksformen gearbeitet: Gemälde festveränkert Volumen, die sich fast als Monumentalskulptur geben wollten. Später, in anderen Serien, haben Umrisse zwischen den Ebenen die Zeichnung zwischen den Flächen vergegenärtig. Die Herstellung einer Oberflächenmalerei tritt ein ins Gespräch mit dem, was nicht Malerei ist, sonst Begriff, so als ob diese auch jene wäre.
In einer Reihe neuerer Arbeiten befreit sich die Kunstlerin von regel wie Gleichgewicht, Symmetrie, Anordnung des Rhythmus, die häufige die Produktion der geometrischen Kunst bestimmen. Auf die Oberfläche entrollen sich Plane mit einer Zeitlichkeit, die die Oberflaeche transzendiert und in den Raum des Bildes durchquert.
Seit den siebzigerjahren stellt Evany den Betrachter ihrer Bilder vor ein unlosbares Dilemma, in dem sie ein Netz von Linien / Winkeln entwirft, wo sich der Raum zweideutig als konkav und als konvex definiert. Diese Unsicherheit - oder Sicherheit der Duplizität - entwirft eine Raumlichkeit der Empfindung, die ständig unbestimmt bleibt: das Gleichgewicht besteht in der Erfahrung ihrer Ambivalenz als einer ganz speziellen Zeitlichkeit, die im Akt der Betrachtung dynamisch ausgeubt wird.
In ihr aktuelles Schaffen inkorporiert Evany Fanzeres eine mineralische Befindlichkeit der Malerei, die absticht von der glatten farben der Innenflächen Konkretischer Tradition. Nun kann die Zeichnerische Form auch in den Resten de Bleistiftvorzeichnung bestehen, mit Graphit als Material und der Einverleibung des Zufalligen in der malerischen Prozess.
Möglicherweise befindet sich die Kunstlerin auf einem neuem Weg der subtilen Reflexion von Materialität und der Affirmation von gegenwartiger Zeitlichkeit des unerwarteten.

Paulo Herkenhoff
Vorwort des Katalogs, Austellung
Galeria Arte/Espaço - Rio de Janeiro

Bibliographie:
Frederico Morais: Sintese Possível. In: O globo, 27.10.1976
Roberto Pontual: Largar e conter o gesto. In: jornal do Brasil, 13.11 1976
Mario Margutti: Pre-domínio da Forma. In: Revista GAM, Mai 1978
Frederico Morais: Evany Fanzeres. In: O Globo, 03.11.1982
Reynaldo Roeels: Espaço e Construção. In: Jornal do Brasil, 07.10.1988

Evany Fanzeres

Evany Fanzeres
Serie Volumetrias N. 28
Homenagem ao Mário Barata
oil on canvas, 1999 Duesseldorf
160 x 160cm

Bestätigung
Die Arbeit von Evany Fanzeres ist mir aus Gesprächen und aus eigener Anschauung auf Grund von Katalogen und fotografien bekannt. Meiner Einschätzung nach handelt es sich um eine konstruktive, profunde und sehr seriöse Auseinandersetzung mit einer spezifischen Tradition der konstruktiven Kunst, die freilich bei Frau Fanzeres weit über das hinausgeht, was man normalerweise mit diesem Terminus verbindet. Es ist eine ausserordentlich inspirierte Arbeit, die sich auf die Wahrnehmungsorganisation und auch auf die Strukturierung von Räumen bezieht. Die Konsequenz, mit der Frau Fanzeres diese Arbeit über einen längeren Zeitraum weiterentwickelt hat, spricht für sich und zeigt den grossen Ernst ihres künstlerischen Bemühens. Da sie von Beuys beeinflusst würde, ohne dass man das ihrer Arbeit jetzt noch ansehen wurde.

Dr Armin Zweite
Künstsammlung Nordrhein-Westfalen

Jornal do Brasil
Das Beste ihres Schaffens ereignet sich in ihren grossen Gemälden, Wo die Kurven und Mäander vollstandig durch die geraden Linien ersetzt werden und aus der sukzessiven, sich verstärkenden Wiederholung geometrischer Körper auf der Leinwand Volumen entsteht. Das Gewicht der ungeheuren dunklen Zonen, schwarzer Flächen mit rigoroser Linienführung, wird durch die Leichtigkeit der feinen Linien kompensiert, die sie, ebenfalls in genauester Trassierung durchqueren.
Die jüngsten Arbeiten von Evany Fanzeres, verwandt der Malerei Abelardo Zaluars, aber auf der Suche nach einem hoeheren grad von Askese, wirken zwar auf den ersten Blick ernst, können aber ein spielerisches Element doch nicht ganz verbergen, ein Art zurückhaltender Verrätselung, die ihr Wesen ausmacht.

Roberto Pontual
Kunstkritiker

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